​Autoreninterview mit Antje Koller


Schönschrift Verlag: Wie sind Sie dazu gekommen, Autorin zu werden?

​Antje Koller: Seit vielen Jahren schreibe ich bereits Lyrik und Songttexte. Eine Freundin ermutigte mich dazu, meine Gedichte zu einem Buch zusammen zu fassen und einem Verlag anzubieten. So kam ich dann 2015 zum GILL Verlag und inzwischen haben wir schon 3 Gedichtbände zusammen herausgebracht. Nach und nach kamen dann weitere Genres hinzu.

Schönschrift Verlag: Was macht Ihnen am meisten Spaß daran, Bücher zu schreiben?

​Antje Koller: Ich liebe es kreativ zu sein. Beim Schreiben kann ich meiner Phantasie freien Lauf lassen. Andererseits gibt es mir auch die Möglichkeit Empfindungen, Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Menschen zu teilen.

Schönschrift Verlag: In welchen Genres schreiben Sie?

​Antje Koller: Ich schreibe Lyrik, Kinderbücher, Kurzgeschichten und Romane. Mein erster Roman wird eine Art Schicksalsroman. Doch ich habe auch schon die ersten Ideen für einen Phantasieroman. Ich mag die Abwechslung und Vielseitigkeit.

Schönschrift Verlag: Was schreiben Sie am liebsten?

​Antje Koller: Eigentlich alles, ein spontanes Gedicht, eine Kindergeschichte, mein nächstes Romanmanuskript oder mal schnell einen Songtext. Es kommt ganz auf die Ideen und die Stimmung an, die ich gerade habe.

Schönschrift Verlag: Würden Sie anderen empfehlen, ebenfalls Autor zu werden?

​Antje Koller: Ja klar, wenn jemand gern schreibt, auf jeden Fall. Wichtig ist dabei natürlich, dass das Geschriebene eine gewisse Qualität hat. Auch sollte man sich im Klaren darüber sein, dass es bis zum Erfolg ein weiter und beschwerlicher Weg ist, der viel Durchhaltevermögen und Ausdauer erfordert. Und man muss auch mit Kritik umgehen können.

Schönschrift Verlag: Helfen Sie anderen dabei, bessere Autoren zu werden?

​Antje Koller: Wenn ich helfen kann, tue ich das immer gern. Genauso, wie ich selbst auch dankbar für konstruktive Ratschläge und Hinweise von Autorenkollegen bin.

Schönschrift Verlag: Tauschen Sie sich mit anderen Autoren aus? Wenn ja, über welches Medium tun Sie das?

​Antje Koller: Das ist ein Grund, warum ich regelmäßig einen regionalen Autorenstammtisch besuche. Gemeinsam geht vieles einfach besser. Doch auch über das Netzwerk bin ich mit vielen Autoren verbunden. Beim Besuch von Lesebühnen und Buchmessen knüpfe ich im persönlichen Gespräch ebenfalls immer wieder gern neue Kontakte.

Schönschrift Verlag: Schreiben diese Autoren im selben Genre wie Sie?

​Antje Koller: Die meisten ja, da ich ja in vielen Genres unterwegs bin. Aber einige schreiben auch ganz andere Sachen, wie Krimis, Regionalgeschichten oder Fachbücher.

Schönschrift Verlag: Denken Sie, dass die Bücher, die Sie schreiben, etwas mit Ihrem echten Leben zu tun haben?

​Antje Koller: Ja, auf jeden Fall. In jedem Buch ist auch ein Stück Seele von mir drin. Allerdings schreibe ich nicht autobiografisch. Die Protagonisten und Handlungen in meinen Geschichten sind frei erfunden. Aber es gibt schon gewisse Parallelen zu meinem Leben. Bei der Lyrik ist das allerdings anders. Die meisten Gedichte entstehen tatsächlich aus sehr realistischen persönlichen Situationen und Empfindungen heraus.

Schönschrift Verlag: Falls ja, gibt es eine besondere Begebenheit, die Sie verarbeitet haben?

​Antje Koller: Ich hatte in meinem Leben einige schwere Schicksalsschläge zu verkraften. Meine Emotionen daraus habe ich in vielen Gedichten verarbeitet. Daher kommt wohl der Begriff „Sich etwas von der Seele schreiben…“

Schönschrift Verlag: Wie viele Bücher haben Sie schon geschrieben?

​Antje Koller: Meine Gedichte würden wahrscheinlich für 20 Bücher reichen, lach… Veröffentlicht habe ich davon bisher 3 im GILL Verlag. Sie sind Teil einer Trilogie. „Gestrandet in mir“, „Gestrandet am Meer der Hoffnung“ und „Gestrandet bei Dir“. Ein neues Lyrik-Manuskript ist fertig. Es wird voraussichtlich Ende 2019 / Anfang 2020 erscheinen und soll etwas ganz Besonderes werden.

​Antje Koller: Außerdem habe ich bei 2 Anthologien mitgewirkt. Einmal mit dem Gedicht „Regenbogentränen“ im Buch „Gefangensein. Drinnen & Draußen – Bilder und Gedichte“ vom Muc Verlag und dann mit der Kurzgeschichte „Rückkehr nach Lanzarote“ in der Anthologie der Peiner Autoren „Spannung, Abenteuer & Liebe“.

Im Juli erscheint mein erstes Kinderbuch „Der Möwenjunge Fabian“ im Schönschrift Verlag. Dann ist da noch mein fertiges Romanmanuskript „Frag nicht warum“, das noch auf eine Veröffentlichung wartet.

Schönschrift Verlag: Welches Ihrer Bücher mögen Sie am liebsten?

​Antje Koller: Eigentlich alle, aber „Der Möwenjunge Fabian“ mit den Illustrationen von Reinhard Lörwald ist für mich schon etwas ganz besonderes. Es eröffnet mir einen neuen Leserkreis, denn bisher habe ich ja ausschließlich für Erwachsene geschrieben. Ich mag Kinder und bin jetzt schon sehr gespannt auf meine ersten Lesungen mit ihnen.

Schönschrift Verlag: Für welchen Typ Mensch schreiben Sie Ihre Bücher?

​Antje Koller: Eigentlich für Jedermann.

Manches, vor allem meine ersten beiden Gedichtbände, sind jedoch besonders für Menschen gedacht, die sich vielleicht gerade in einer schwierigen Lebensphase befinden. Sie sollen Mut machen, können trösten und auch zeigen wie schön und wertvoll unser Leben ist. Es ist nicht zuletzt der Weg zu uns selbst und ins Innerste unserer Seele, der uns hilft das Leben anzunehmen wie es ist und es allen Stolpersteinen zum Trotze zu etwas ganz Besonderen werden zu lassen. Ich denke, dass vor allem sehr empfindsame Menschen sich in meinen Büchern wiederfinden.

Ähnlich ist es wohl auch mit meinem Kinderbuch. Anders als andere zu sein, ist nichts schlechtes, wenn man lernt dazu zu stehen und sich selbst anzunehmen.

Schönschrift Verlag: Welche Genres lesen Sie gern?

​Antje Koller: Gute ​Fantasy, Science Fiction und alles, das mit Ausgrabungen und Geheimnissen aus längst vergangenen Zeiten zu tun hat. Ich liebe auch Hesse und Lyrik aller Art. Doch auch ganz normale neuzeitliche Romane verschlinge ich immer wieder gern. Ich lese fast alles. Nur Krimis, Psychothriller und dergleichen sind nicht so mein Ding. Die lese ich eher selten. Ich mag Gewalt einfach nicht, auch nicht in Büchern…

Schönschrift Verlag: Welches ist Ihr Lieblingsbuch?

​Antje Koller: „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse

Schönschrift Verlag: Welches Buch haben Sie als Kind am liebsten gelesen?

​Antje Koller: Als ich klein war „Kater Schnurz“ und jede Menge Märchen. Später kamen dann sämtliche Winnetou-Bücher von Karl May dazu.

Schönschrift Verlag: Welches Buch hat sie besonders beeindruckt und warum?

​Antje Koller: „Der Traum von Troja“, der Lebensroman von Heinrich Schürmann. Ich habe mir dieses Buch als Jugendliche aus Omas Buchregal geholt und hatte es in zwei Tagen durch. Später habe ich es bestimmt noch 20 Mal gelesen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich als Kind davon geträumt habe eines Tages Archäologin zu werden. Bis heute interessiere ich mich für Ausgrabungen und Bauwerke aus längst vergangenen Epochen. Wenn ich vor dem Pergamonaltar stehe erfüllt mich das mit großer Ehrfurcht. An diesem Buch hat mich aber auch beeindruckt, was ein Mensch erreichen kann, wenn er es wirklich will. Ganz gleich wie lange es dauern mag.

Schönschrift Verlag: Gibt es ein Buch, welches Sie überhaupt nicht mögen?

​Antje Koller: Es gab mal ein Buch in meiner Jugendzeit. Das hatte ich geschenkt bekommen und es nach 10 Seiten in die hinterste Ecke des Bücherregals verbannt. An den Titel des Buches kann ich mich heute nicht mehr erinnern.

Schönschrift Verlag: Warum haben Sie mit dem Schreiben begonnen?

​Antje Koller: Ich brauchte einfach ein Ventil um Erlebtes zu verarbeiten. Damals hätte ich wahrscheinlich jeden ausgelacht, der mir erzählt hätte, dass ich eines Tages Autorin werde. Allerdings habe ich als junges Mädchen auch schon mal ein Kindebuch für meine kleine Schwester entworfen. Später sagte meine Mutter oft zu mir, ich solle Kinderbücher schreiben, das könne ich so gut. Doch zu dieser Zeit hätte ich nicht gedacht, dass ich das tatsächlich eines Tages tun würde.

Schönschrift Verlag: Unterstützt Sie Ihr Umfeld beim Schreiben?

​Antje Koller: Mein Lebensgefährte hat sehr viel Verständnis für meine Schreiberei. Er toleriert es sogar, wenn ich mitten in der Nacht aus dem Bett springe und nach Stift und Blatt suche um irgendwelche Einfälle, die mir gerade gekommen sind oder die Zipfel eines Traumes, die ich festhalten möchte aufzuschreiben. Außerdem ist er stets mein erster und bester Kritiker.

Schönschrift Verlag: Wodurch werden Sie inspiriert?

​Antje Koller: Meine Inspiration nehme ich aus Erlebnissen und Momenten, die mich berührt haben, aber auch aus Phantasiespaziergängen, Tagträumen, echten Träumen. Da geschieht so viel in meinem Kopf, dass einfach aufgeschrieben werden möchte und mir immer wieder neue Welten eröffnet.

Schönschrift Verlag: Was tun Sie, um eine Schreibblockade aufzulösen?

​Antje Koller: Schreibblockaden kenne ich nicht wirklich. Ich versuche auch nie etwas zu erzwingen, die Ideen kommen von ganz allein zur rechten Zeit. Sollte ich doch mal zu lange am Schreibtisch gesessen haben, dann tauche ich einfach ab in die Natur um den Kopf frei zu bekommen, oft in Begleitung meiner Kamera oder ich setze die Kopfhörer auf und gönne mir gute Musik zum Abschalten.

Schönschrift Verlag: Was würden Sie Ihrem Deutschlehrer/in sagen?

​Antje Koller: Keine Ahnung … Deutsch war eines meiner Lieblingsfächer. Ich habe schon immer gern gelesen und beim Schreiben von Aufsätzen war ich echt klasse. Nur die Grammatik ist bis heute nicht meine beste Freundin, aber ich arbeite daran.

Schönschrift Verlag: Was würden Sie jemandem raten, der Autor werden möchte?

​Antje Koller: Seine Geschichten oder was auch immer derjenige schreiben möchte, an Publikum auszuprobieren. Ob ich gut genug bin um für andere zu schreiben, das erkenne ich am besten an den Reaktionen. Mir selbst hat das sehr geholfen, denn am Anfang hatte ich schon ganz schöne Zweifel, ob ich tatsächlich das Zeug zur Autorin habe und andere lesen möchten, was ich geschrieben habe. Doch die viele positive Resonanz hat mich darin bestärkt diesen Weg zu gehen. Wenn man das Gefühl hat die Menschen zu erreichen, sie sogar zu berühren, dann gibt es einem das nötige Selbstvertrauen um weiter zu schreiben.

Wenn diese Resonanz ausbleiben sollte, dann kann und muss man an seiner Art zu schreiben arbeiten oder doch lieber etwas anderes tun.

Auf keinen Fall sollte man sich den Mut nehmen lassen, falls man nicht gleich einen passenden Verlag findet. Da braucht es oft viel Geduld und das Gefühl für den rechten Moment. Es gibt viele kleine und mittlere Verlage, die immer wieder gern auch neuen Autoren eine Chance geben.

Schönschrift Verlag: Was möchten Sie uns sonst noch sagen?

​Antje Koller: In Kürze erscheint zum ersten Mal ein Buch von mir im Schönschrift Verlag. Ich bin dankbar für die tolle, harmonische Zusammenarbeit und hoffe, dass wir noch viele anspruchsvolle Bücher gemeinsam auf den Weg bringen.

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